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Exchange Traded Funds (ETF)

Die Vielfalt der verschiedenen Wertpapiere wächst ständig. Eine immer beliebter werdende Variante bilden dabei die so genannten Exchange Traded Funds, die häufig auch kurz als ETFs bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden, also Fonds, die mit ihren Investitionen bestimmte Indizes wie den Dax oder auch den S&P 500 nachbilden. Mit der Anlage in solche ETFs hat man als Anleger die Möglichkeit, mit geringen finanziellen Mitteln in einen gesamten Markt zu investieren.

Inhaltsverzeichnis

Die Idee hinter den Exchange Traded Funds

Investmentfonds sind eine attraktive Form der Geldanlage, mit der man über ein einziges Produkt gleich in viele verschiedene Wertpapiere investieren kann. Dabei verfolgen die verschiedenen Fonds unterschiedliche Strategien mit ebenso unterschiedlichen Erfolgen.

Die Exchange Traded Funds (ETFs) sind so genannte Indexfonds, was bedeutet, dass sie sich einen bestimmten Index heraussuchen und diesen 1:1 nachbilden, um exakt die Rendite zu erzielen, die der Wertentwicklung der Indizes entspricht. Hier wird also nicht nach irgendeiner Strategie gesucht und bei Bedarf erfolgt auch keine Änderung der bestehenden Investitionspläne, sondern es wird strikt so investiert, wie es der ausgewählte Index vorgibt.

Mehrmals im Jahr wird dabei die Zusammensetzung der Exchange Traded Funds geprüft und an eventuelle Änderungen beim Index selber angepasst. Durch die Tatsache, dass es sich bei Exchange Traded Funds um Fonds handelt, die an der Börse gekauft und verkauft werden, hat jeder Anleger die Möglichkeit, sein Geld in ETFs zu investieren und somit von der Wertentwicklung von einem gesamten Index zu profitieren. Nimmt man alleine die Xetra Börse in Frankfurt, trifft man dort auf mittlerweile mehr als 1.300 Exchange Traded Funds, was die positive Entwicklung dieser Anlageform ebenso verdeutlicht wie die Zahl, dass jeder siebte in Wertpapiere investierte Euro mittlerweile in einem ETF steckt.

Die Vorteile von Exchange Traded Funds

Der offensichtlichste Vorteil ist die schon angesprochene Investition in einen gesamten Markt und die Möglichkeit, von der Wertentwicklung von allen Wertpapieren aus einem Index zu profitieren. Da bei den Exchange Traded Funds ein bestehender Index nachgebildet wird, ist kein Fondsmanager notwendig, der einzeln die Werte aussucht und beobachtet, in die investiert wird, wie es bei den so genannten aktiven Fonds der Fall ist.

Sowohl die Gebühren für den Kauf als auch die laufenden Kosten ergeben bei einem ETFs gerade einmal ein Siebtel der Kosten für aktive Fonds, sodass sich die Anlage in dieser Form auch als wesentlich günstiger erweist. Das sorgt natürlich auch dafür, dass von der erwirtschafteten Rendite auch mehr als Gewinn übrig bleibt. Zudem haben Untersuchungen ergeben, dass in den meisten Fällen langfristig die Wertentwicklung der Indizes mehr Rendite bedeutet als die Versuche der Fondsmanager, mit eigenen Strategien für hohe Gewinne zu sorgen.

Die unterschiedlichen Bauarten bei Exchange Traded Funds

Bei der Nachbildung der entsprechend ausgewählten Indizes gehen die Exchange Traded Funds unterschiedlich vor, woraus sich zwei verschiedene Arten der ETFs ergeben.

Physische Exchange Traded Funds

Die erste Variante ist der so genannte physische Exchange Traded Funds. Den Namen erhält die Variante, weil die entsprechend in dem Index abgebildeten Wertpapiere tatsächlich gekauft werden und somit physisch vorliegen. Das sorgt für ein hohes Maß an Transparenz bei den Anlegern, weil man schwarz auf weiß erkennen kann, in welche Aktien der ETF investiert. Bei den ETFs mit einer optimierten Auswahl, im Englischen als optimized sampling bezeichnet, kommt es auch vor, dass nicht sämtliche abgebildeten Aktien gekauft werden, sondern nur eine allerdings gewissenhaft und optimal getätigte Auswahl getroffen wird.

Synthetische Exchange Traded Funds

Das Gegenstück zum physischen ETF ist der synthetische Exchange Traded Funds. Hierbei erfolgt kein Nachkauf der einzelnen Aktien. Der Anbieter solcher Fonds lässt sich „nur“ von einer Bank die entsprechende Wertentwicklung zusichern, wohingegen der Bank vom Anbieter eine entsprechende Gebühr gezahlt und ein so genanntes Sicherheiten-Portfolio mit bekannten Aktien bereitgestellt wird. Dieser Tausch von Aktien und Gebühr gegen die zugesicherte Wertentwicklung des Indizes wird auch als Swap bezeichnet, weshalb man auch von Swap-ETFs redet.

Die unterschiedlichen Gewinnbeteiligungen bei ETFs

Auch bei der Art, wie die Anleger von den Gewinnen der einzelnen Unternehmen in Form der Dividenden profitieren, gibt es Unterschiede und somit auch verschiedene Varianten der ETFs. Sobald bei einem Aktienunternehmen aufgrund erfolgreicher Geschäftsjahre Dividenden ausgeschüttet werden, um die Anteilseigner am Gewinn zu beteiligen, werden diese an den entsprechenden Fonds ausgezahlt. Bei ausschüttenden Exchange Traded Funds werden die Dividenden dann entsprechend der Anteile an die Anleger ausgezahlt, wodurch der Wert des Fonds dann um diese Beträge reduziert wird, der Anleger aber zusätzliches Geld zur Verfügung hat, um andere Ausgaben zu tätigen, wie zum Beispiel die Begleichung von Steuern oder Gebühren.

Die Alternative zu den ausschüttenden ETFs sind die wiederanlegenden Exchange Traded Funds, die oft auch als thesaurierende Fonds bezeichnet werden. Hier werden die Dividenden nicht ausgezahlt, sondern sofort in weitere Anteile des Fonds investiert, wodurch das Vermögen zusätzlich aufgebaut und die Anlage somit noch attraktiver wird.

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