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Der geldwerte Vorteil

Der geldwerte Vorteil ist ein häufig vorkommender Bestandteil von Vereinbarungen zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber, bei denen der Arbeitnehmer von einer zusätzlichen Vergütung profitiert, die über das normale Einkommen hinausgeht und nicht durch die Zahlung von Geld erfolgt. Das führt dazu, dass beim geldwerten Vorteil oft von Sachbezügen oder Sachleistungen gesprochen wird. Das bekannteste Beispiel ist der Firmenwagen, häufig bekommen Mitarbeiter aber auch Dienstlaptops und -handys oder werden mit gewissen Förderungen bedacht. Zu beachten sind dabei immer die steuerlichen Regelungen.

Inhaltsverzeichnis

Der geldwerte Vorteil im Überblick

Im Rahmen von Verhandlungen mit dem Arbeitgeber oder auch schon im Vorfeld einer Bewerbung ist das Gehalt ein wichtiges Thema. Als Arbeitnehmer möchte man so viel verdienen, dass man sich optimal entlohnt fühlt und gleichzeitig natürlich auch genug Geld für seinen Lebensunterhalt und weitere Wünsche hat.

Als Arbeitgeber möchte man zufriedene Mitarbeiter haben, die man entsprechend ihrer Leistungen und Aufgaben entlohnt und auch durch bestimmte Zuwendungen motiviert und an das Unternehmen bindet. Das jeden Monat ausgezahlte Gehalt ist dabei ohne Frage von größter Bedeutung, aber es kann auch andere Zuwendungen und Vergütungen geben, die nicht in Form von Geld ausgezahlt werden.

Hier wird dann vom so genannten geldwerten Vorteil gesprochen. Da dort kein Geld gezahlt wird, ist auch häufig die Rede von Sachleistungen oder einem Sachbezügen, die für den Arbeitnehmer den Vorteil bieten, dass er sie auf diesem Wege entweder komplett kostenlos oder zumindest günstiger erhält, als wenn er sie selber anschaffen und finanzieren müsste.

Dadurch erzielt er für sich einen finanziellen Vorteil, durch den die Bezeichnung geldwerter Vorteil zustande kommt. Je nach dem um was für einen geldwerten Vorteil es sich handelt, muss man darauf achten, dass er eventuell als besondere Art der Einkünfte versteuert werden muss. Handys, Laptops und vor allem der Firmenwagen sind bekannt Beispiele für einen solchen geldwerten Vorteil, dessen verschiedene Arten im Folgenden beschrieben werden.

Firmenwagen als geldwerter Vorteil

Jedem bekannt ist im Zusammenhang mit dem geldwerten Vorteil die Nutzung eines Firmen- bzw. Dienstwagens. Hierbei gibt es verschiedene Modelle, bei denen sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer von steuerlichen Vorteilen profitieren können.

So gibt es zum Beispiel Vereinbarungen, dass der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts oder auf eine Gehaltserhöhung verzichtet und stattdessen einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommt. Dadurch ist das Bruttoeinkommen geringer und die steuerlichen Belastungen werden dementsprechend reduziert. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Frage danach, ob der Firmenwagen nur dienstlich oder auch privat genutzt wird.

Private Nutzungen müssen dann versteuert werden, wobei zwei Varianten üblich sind, um die zu versteuernden Fahrten zu ermitteln. Bei der Ein-Prozent-Regelung erfolgt für die Ermittlung der privaten Fahrten die pauschale Berechnung von einem Prozent des Brutto-Inlandlistenpreises des Autos, der monatlich versteuert werden muss, wozu dann noch für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz 0,03 Prozent des Brutto-Inlandlistenpreises des Autos kommen. Alternativ kann ein Fahrtenbuch geführt werden, um exakt zu bestimmen, welcher Anteil des Dienstwagens wirklich auf private Fahrten entfällt. Das Fahrtenbuch ist lohnenswert, wenn man den größten Teil dienstlich unterwegs ist.

Rabattfreibetrag als geldwerter Vorteil

Eine weitere Variante des geldwerten Vorteils ist der Rabattfreibetrag, der von jedem Arbeitnehmer bis zu einer Höhe von 1.080 Euro zusteht. Hierunter fallen günstigere oder sogar unentgeltliche Sachbezüge in Form von Dienstleistungen oder Waren des Arbeitgebers, die auf dem freien Markt angepriesen werden.

So können Angestellte von Luftfahrtgesellschaften zum Beispiel günstigere Flüge nutzen, Hotelangestellte sich in den Hotels des Arbeitgebers billiger niederlassen oder Arbeitnehmer von Autoherstellern attraktive Angebote für Neuwagen in Anspruch nehmen. Auch beruflich erzielte Bonusmeilen dürfen privat bis zu einer Höhe von 1.080 Euro steuerfrei genutzt werden. Übersteigen die dadurch erzielten Vorteile den genannten Betrag von 1.080 Euro, müssen sie versteuert werden.

Sachbezüge als geldwerter Vorteil

Zudem gibt es viele verschiedene andere Sachbezüge, die dem Mitarbeiter vom Arbeitgeber zugesprochen werden können. Hierunter fallen zum Beispiel Geschenke wie Füller oder Blumen zu einem feierlichen Anlass, Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel, Waren– oder auch Tankgutscheine.

Für solche Formen des geldwerten Vorteils dürfen Beträge von 44 Euro im Monat nicht überschritten werden. Genießt ein Arbeitnehmer den Vorteil einer Dienstwohnung, darf der geldwerte Vorteil im Monat nicht über 204 Euro liegen. Werden die Grenzen überschritten, müssen die geldwerten Vorteile in voller Höhe versteuert werden.

Datenverarbeitungsgeräte wie Laptops oder auch Smartphones sind dann steuerfrei, wenn der Arbeitgeber eine pauschale Versteuerung der geldwerten Vorteile durchführt. Stehen vom Chef bezahlte Weiterbildungen im Zusammenhang mit dem Beruf sind sie für den Arbeitnehmer steuerfrei, was auch für einen kostenfreien Parkplatz während der Arbeitszeiten gilt. Bis zu 500 Euro sind auch Übernahmen von Kosten für die Gesundheitsförderung steuerfrei, wenn sie im Zusammenhang mit dem Job stehen.

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