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Die Grunderwerbssteuer

Bei der Grunderwerbsteuer (GrESt) handelt es sich um eine Steuer, die dann vom Finanzamt erhoben wird, wenn ein Grundstück oder ein Anteil an einem Grundstück erworben wird. Diese Bindung an einen im Rechtsverkehr verankerten Vorgang durch Abschluss eines Kaufvertrages macht diese Steuer zu einer so genannten Verkehr- bzw. Rechtsverkehrsteuer, deren gesetzliche Grundlage das Grunderwerbsteuergesetz bildet. Die Grunderwerbsteuer gehört mit zu den Nebenkosten, die bei einem Grundstückskauf anfallen und für die finanziellen Planungen im Vorfeld berücksichtigt werden müssen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wesen der Grunderwerbsteuer

Immer dann, wenn in Deutschland Dinge gekauft werden, hält der Staat die Hand auf, indem er entsprechende Steuern erhebt. Im Alltag sind dabei die Mehrwertsteuer, die Benzin- und auch die Tabaksteuer bekannte Varianten. Aber auch beim Kauf von Grundstücken erhebt der Staat die so genannte Grunderwerbsteuer.

Wer legt die Höhe der Grunderwerbssteuer fest?

Die Grunderwerbsteuer kennzeichnet sich durch verschiedene Eigenschaften aus, die sie zu speziellen Steuerarten zählen lassen. Zum einen regelt das Grunderwerbsteuergesetz die rechtlichen Grundlagen und bestimmt dabei, dass die Steuer von den einzelnen Bundesländern bestimmt und erhoben wird, was sie zu einer Ländersteuer macht.

Dann ist sie exakt an den bestimmten Vorgang des Kaufvertrags im Rahmen des Rechtsverkehrs gebunden, was sie zu einer (Recht-)Verkehrsteuer macht. Da der Schuldner der Steuer gleichzeitig auch ihr Träger ist, wird zudem von einer direkten Steuer gesprochen.

Wie hoch ist die Grunderwerbssteuer?

Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und reicht derzeit von 3,5 % in Sachsen und Bayern bis zu 6,5 % in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Brandenburg und Saarland.

Die Bemessungsgrundlage ist dabei immer die Gegenleistung, die der Käufer aufwenden muss, um das Grundstück zu seinem Eigentum zu machen. Im Normalfall ist das der Kaufpreis, wobei eventuelle Darlehensverbindlichkeiten und Belastungen des Grundstücks und weitere Nebenkosten mit eingerechnet werden.

Diese Unterschiede in der Höhe der Steuer machen es empfehlenswert, bei der Suche nach einem Grundstück vielleicht auch über die Grenzen des eigenen Bundeslandes hinauszuschauen, wenn das persönliche Umfeld es zulässt, da man auf diesem Wege bei den Nebenkosten sparen kann.

Entstehung, Fälligkeit und Stundung der Grunderwerbsteuer

Zu den Voraussetzungen für die Erhebung der Grunderwerbsteuer gehört zum einen, dass es zu einem Erwerb einer Immobilie kommt, der in der Regel durch den Abschluss eines Kaufvertrages über die Bühne gebracht wird, und zum anderen, dass es sich dabei um eine Immobilie im Inland handelt. Zudem kann die Grundsteuer auch dann berechnet werden, wenn keine Grundstücke, sondern Anteile an grundbesitzenden Kapital- oder Personengesellschaften übertragen werden. Sobald der entsprechende Vorgang des Erwerbs verwirklicht wird, entsteht die Pflicht zur Grunderwerbsteuer in der Höhe, die abhängig vom entsprechenden Steuersatz und der Bemessungsgrundlage ist.

Der Steuerschuldner erhält dann einen Steuerbescheid und ein Monat nach dem Erhalt wird die Steuer fällig. Eine Stundung ist im Gesetz nicht vorgesehen, wobei die Finanzbehörde aber abweichend zu dem angesprochenen Monat auch längere Fristen einräumen kann, was allerdings selten anzutreffen ist.

Aufhebung oder Senkung der Steuer

Wird innerhalb von zwei Jahren der Kaufvertrag rückgängig gemacht, weil der Käufer von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch macht oder der Verkäufer ein Wiederkaufsrecht geltend macht, kann die Steuerzahlung zurückgefordert werden. Das gilt auch wenn das Geschäft rückgängig gemacht wird, weil die Erfüllung der Vertragsbedingungen nicht stattgefunden hat.

Wenn nachträglich der Kaufpreis durch eine Einigung der beiden Parteien oder aufgrund von Sachmängeln reduziert wird, kann die Grunderwerbsteuer nachträglich reduziert werden. Dafür muss innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf ein schriftlicher Antrag an das Finanzamt gestellt werden.

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