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Sondertilgung

Die Sondertilgung ist ein Begriff aus der Welt der Kredite und steht für eine – wie der Name schon vermuten lässt – außer der Reihe stattfindende Tilgung im Rahmen der Finanzierung, die zusätzlich zu den vereinbarten Raten geleistet wird. Oft wird sie getätigt, wenn unerwartete Gelder wie Erbschaften oder Leistungen aus Versicherungen oder Sparverträgen zur Verfügung stehen und somit die Restschuld und damit die Laufzeit oder auch die Höhe der monatlichen Raten reduziert werden kann. Sondertilgungen sollten vertraglich erlaubt sein, damit sie nicht zu zusätzlichen Gebühren führen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen zur Sondertilgung

Wenn ein Kredit abgeschlossen wird, kommt es zur vertraglich festgelegten Vereinbarung über die Zahlung der Raten, die dann sowohl die Zahlungen der anfallenden Zinsen als auch die Tilgungen enthalten. Gerade bei großen Baufinanzierungen werden häufig so genannte Annuitätendarlehen vereinbart, bei denen die Rate anfänglich festgelegt wird, indem die Zinsen auf den Monat herunter gerechnet und mit einem festgelegten Prozentsatz die Höhe der monatlichen Tilgung ermittelt wird. Die dadurch berechnete Rate bleibt dann über die gesamte Dauer der Zinsbindung gleich, wobei sich innerhalb dieses Betrages aufgrund der sinkenden Zinsbelastung der Anteil der Tilgung immer weiter erhöht. Somit genießt man über die gesamte Laufzeit eine gleich bleibende Rate, die eine bessere Planung ermöglicht.

Für den Fall, dass außerhalb dieser Planungen einmal Geld übrig ist, mit dem man zusätzliche Tilgungen leisten möchte, kommt die so genannte Sondertilgung ins Spiel. Dabei handelt es sich um eine neben den vereinbarten Raten zusätzliche Tilgung mit positiven Wirkungen für den Kreditnehmer. Eine solche Sondertilgung verringert die bestehende Restschuld, aus der die jeweiligen Zinszahlungen berechnet werden. Ist die Restschuld durch die Sondertilgung geringer, trifft das selbstverständlich auch auf die anfallenden Zinsen zu, sodass der Tilgungsanteil innerhalb der Rate zusätzlich erhöht wird. Das wiederum sorgt dafür, dass dank geringerer Restschuld und höherer Tilgung die Laufzeit des Kredites reduziert wird.

Gebühren bei Sondertilgungen nicht notwendig

Da Kreditinstitute mit den langfristig vereinbarten Zinszahlungen planen, sehen sie es nicht gerne, wenn Sondertilgungen dafür sorgen, dass weniger Zinsen fällig und dementsprechend natürlich auch weniger gezahlt werden.

Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass sie auch bei Sondertilgungen die schon aus dem Bereich der vorzeitigen Ablösung eines Kredits bekannte Vorfälligkeitsentschädigung erheben. Um sich das zu ersparen und dennoch die Möglichkeit zu haben, zwischenzeitliche Zahlungen außer der Reihe vornehmen zu können, ist es wichtig, einen Anbieter zu finden, der Sondertilgungen gebührenfrei zulässt.

Im Rahmen des Konkurrenzkampfes unter den verschiedenen Banken, die die Kunden für sich gewinnen möchten, gibt es auch kaum noch Kreditinstitute, die das nicht in ihren Vertrag aufnehmen. Hier ist dann auf die Höhe zu achten. Häufig bieten die Banken beispielsweise Sondertilgungen bis zu 5 % im Jahr ohne jegliche Gebühren an. Zudem hat man oft auch die Möglichkeit, diesen Betrag auf beispielsweise 10 % zu erhöhen, was dann aber in der Regel mit einer zusätzlichen Gebühr versehen wird. Hier ist es dann empfehlenswert zu überlegen, wie häufig man eventuell in den Genuss kommt, so hohe Sondertilgungen leisten zu können und ob sich diese zusätzliche Gebühr dann rentiert.

Sondertilgungen gegen Vorfälligkeitsgebühr

Wenn man vertraglich vereinbart hat, dass Sondertilgungen möglich sind und das, ohne Gebühren dafür zahlen zu müssen, ist das Thema vor allem auch von großer Bedeutung, wenn man plötzlich so viel Geld zur Verfügung hat, dass man überlegt, den gesamten Kredit vorzeitig abzulösen.

Bei einer vorzeitigen Rückzahlung verlangt das Kreditinstitut nämlich in der Regel eine so genannte Vorfälligkeitsgebühr. Diese soll als Entschädigung für den Verlust der eingeplanten Zinszahlungen dienen, die bei einer vertraglich vereinbarten Fortführung des Vertrages noch hätten gezahlt werden müssen.

Hat man die Möglichkeit, Sondertilgungen gebührenfrei durchführen zu können, macht es unter Umständen dann mehr Sinn, mehrere Sondertilgungen in maximal möglicher Höhe zu vollziehen und den Kredit auf diese Art und Weise und ohne zusätzliche Kosten schneller zurückzuzahlen.

Hierbei ist natürlich immer abzuwägen, ob die eingesparten Zinsen bei einer vorzeitigen Auflösung einen höheren Gewinn darstellen als der Verzicht auf die Vorfälligkeitsgebühr. Der Bundesgerichtshof hat zudem entschieden, dass Banken bei der Berechnung der Vorfälligkeitsgebühr auch entsprechend erlaubte Sondertilgungen abziehen müssen, weil sie erlaubt sind und somit keinen Grund für eine Entschädigung darstellen.

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