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Volatilität

Immer häufiger tritt bei der Betrachtung des Finanzmarktes der Begriff der Volatilität auf. Hierbei handelt es sich um eine Bezeichnung für das Maß bestehender Kursschwankungen, die sowohl bei Wertpapieren und Indizes als auch bei Währungen zu verzeichnen sind. Diese Standardabweichungen werden zwischen der historischen, erwarteten und impliziten Volatilität unterschieden und auf einen bestimmten Zeitraum hin betrachtet und in einem prozentualen Wert pro Jahr angegeben. Die Volatilität spielt eine große Rolle für die Entscheidung für oder gegen ein Investment in den entsprechend betrachteten Wert.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen zur Volatilität

Der Begriff Volatilität stammt vom lateinischen Wort „volatilis“, was so viel bedeutet wie „fließend“ oder „flüchtig“. In der Statistik wird dieser Begriff verwendet, wenn von der Schwankung von Zeitreihen gesprochen wird. Im Bereich der Wertpapiere bedeutet die Volatilität die Schwankungsbreite eines bestimmten Wertes, wobei auch bei den Kursen von Indizes und Währungen von Volatilität gesprochen wird.

Diese Schwankungsbreite wird immer auf festgelegte Zeiträume hin betrachtet. Die Zeiträume können dabei sehr unterschiedlich ausfallen. So werden sowohl Tage und Monate als auch Jahre oder Jahrzehnte betrachtet. Die Angabe des Wertes erfolgt dabei in einer pro Jahr berechneten Prozentzahl. Je höher dieser Prozentsatz ausfällt, desto größer sind Schwankungen im Vergleich zu einer durchschnittlichen Bewegung.

Die Volatilität ist nicht nur ein Maßstab für vergangene Schwankungen, sondern vor allem auch ein wichtiger Faktor, wenn man sich für oder gegen die Investition in verschiedene Wertpapiere oder Währungen entscheidet. Starke Schwankungen bedeuten einen extremen Wechsel zwischen Gewinnen und Verlusten eines Wertpapiers. Dadurch entstehen große Chancen, aber ebenso dürfen die entsprechenden Risiken nicht aus den Augen verloren werden.

Besonders attraktiv für Anleger sind starke Schwankungen bei Optionsscheinen, mit denen nicht direkt in einzelne Werte investiert wird, sondern eben auf deren hohe Kursausschläge spekuliert wird. Der Anleger hat somit größere Gewinnchancen, je höher die Volatilität ist, was auch dazu führt, dass Optionsscheine auf Werte mit einer hohen Volatilität meistens einen höheren Preis haben.

Die verschiedenen Arten der Volatilität

Bei der Betrachtung der Schwankung von Wertpapieren werden vor allem die folgenden Volatilitäten unterschieden:

  • Historische Volatilität
  • Implizite Volatilität

Die Historische Volatilität

Bei der historischen Volatilität wird – wie der Name vermuten lässt – in die Vergangenheit geschaut. Zugrunde gelegt werden historische Kurse des betrachteten Werts, um dementsprechend auf den festgelegten Zeitraum hinweg prüfen zu können, welche Schwankungen aufgetreten sind. Die historische Volatilität, welche auch mit der Bezeichnung annualisierte Standardabweichung versehen wird, dient dazu, Schätzungen für zukünftige Schwankungen und Kursbewegungen abgeben zu können, bei denen es sich aber wirklich um reine Schätzungen anhand vergangener Werte handelt.

Die Implizite Volatilität

Unter der impliziten Volatilität versteht man eine vom Markt erwartete Volatilität, die oft auch schon in den Preisen beispielsweise von Optionsscheinen enthalten ist. Speziell auf Optionsscheine bezogen bedeutet die implizite Volatilität die Schwankung des Basiswertes bis zum Ende der Laufzeit des entsprechenden Optionsscheins. Je höher die Volatilität dabei ist, desto höher wird der Preis für eben diesen Optionsschein, weil höhere Gewinne erwartet werden können.

Einflussfaktoren auf die Volatilität

Beim Blick auf die Volatilität stellt sich schnell die Frage, wie diese denn überhaupt zustande kommt. Viele verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle, wobei die einen eher langfristig wirken, welche andere lediglich einen kurzfristigen Einfluss auf die Volatilität besitzen.

Ein wichtiger Faktor ist immer die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, der sich letztendlich kein Wert komplett entziehen kann. Gerade bei zinsabhängigen Werten spielt auch die Arbeit der Europäischen Zentralbank bzw. aller Zentralbanken eine große Rolle und dabei natürlich vor allem deren Entscheidungen über die Entwicklung der Leitzinsen.

Direkte Einflüsse haben die Nachrichten und Ad-Hoc-Meldungen einzelner Unternehmen auf deren Aktienverläufe und dabei spielen immer auch die vorgelegten Quartalsberichte und Quartalszahlen eine große Rolle. Weitere Einflüsse sind das Handelsvolumen und die Marktkapitalisierung einzelner Werte sowie Kommentare von Analysten und Experten sowie spezielle Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Daneben spielen natürlich auch immer die Spekulationen und Phantasien auf dem Markt eine große Rolle.

Eine Vielzahl an Faktoren bestimmt also die Kurse. Dementsprechend schwierig ist es auch abzuschätzen, wie die Volatilität aussehen wird. Aber gerade diese Ungewissheit ist es auch, die überhaupt zu den großen Kursschwankungen führt und damit dafür sorgt, dass gerade der Bereich der Optionsscheine ein attraktives Pflaster für hohe Gewinne ist, ohne das ebenfalls vorhandene Risiko verschweigen zu wollen.

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